In der Nacht des 2. Dezember 1984 ereignete sich im nordindischen Bhopal ein folgenschwerer Unfall: Tonnen hochgiftiger Industriegase konnten ungehindert aus einer Chemiefabrik des US-Unternehmens Union Carbide Corporation entweichen.
Innerhalb weniger Tage starben über 7.000, im Laufe der folgenden Jahrzehnte über 22.000 Menschen an den Folgen der Gaseinwirkungen.
Bis zu 500.000 Menschen erlitten außerdem schwerwiegende Verletzungen. Viele wurden arbeitsunfähig oder haben noch immer unzureichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Obwohl Union Carbide im Vorfeld des Unfalls viele der vorgeschriebenen Sicherheitsstandards aus Kostengründen vernachlässigt hatte, weigert sich das Unternehmen, das mittlerweile von Dow Chemical übernommen wurde, bis zum heutigen Tag, das Gelände zu dekontaminieren und die Opfer angemessen zu entschädigen.
Aufgrund eines außergerichtlichen Vergleichs zwischen der indischen Regierung und dem Konzern ist nach wie vor niemand für das Gasunglück und seine Folgen zur Verantwortung gezogen worden.
25 Jahre nach der größten Chemiekatastrophe aller Zeiten, will die Amnesty International Hochschulgruppe der Freien Universität Berlin in Kooperation mit Greenpeace an die Folgen dieser vermeidbaren Tragödie erinnern. Die Fotoausstellung „Bhopal 1984 – die Chemiekatastrophe. 25 Jahre Warten auf Gerechtigkeit“ im Foyer der Universitätsbibliothek soll einen Einblick in Themen wie Ursachen, Langzeitwirkungen, Gerichtsverfahren und Protestbewegungen geben.

