Text und Fotos von Paula Schwarz

In der Nacht des 2. Dezember 1984 ereignete sich im nordindischen Bhopal ein folgenschwerer Unfall: Tonnen hochgiftiger Industriegase konnten ungehindert aus einer Chemiefabrik des US-Unternehmens Union Carbide Corporation entweichen.
Innerhalb weniger Tage starben über 7.000, im Laufe der folgenden Jahrzehnte über 22.000 Menschen an den Folgen der Gaseinwirkungen.
Bis zu 500.000 Menschen erlitten außerdem schwerwiegende Verletzungen. Viele wurden arbeitsunfähig oder haben noch immer unzureichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Zum 25. Jahrestag dieser größten Industriekatastrophe der Menschheitsgeschichte versammelten sich mehr als 50 Aktivisten aus ganz Berlin. Ziel war es zu verhindern, dass Katastrophen wie diese von der Öffentlichkeit, den Regierungen und den Konzernen in Vergessenheit geraten bzw. mutwillig verdrängt werden.
Die Abhaltung der Mahnwache sollte außerdem das Unternehmen Union Carbide Corporation (2001 aufgekauft durch den multinationalen Großkonzern Dow Chemical), welches sich nicht für die Beseitigung des von ihm hinterlassenen Chemiemülls verantwortlich fühlt, drängen, aktiv zur Säuberung der verseuchten Region beizutragen. Zuzüglich muss die Regierung Indiens von ihrer momentanen Verdrängungstaktik der Region gegenüber abkehren und die Folgen Katastrophe angemessen beseitigen.
Noch heute sterben eine Mehrzahl von Menschen an den Folgen der Katastrophe. Kinder kommen mit Behinderungen zur Welt. Die Lebenserwartung der Region liegt dementsprechend unter der des indischen Durchschnitts.

Amnesty International hat der Kälte zum Trotz durch Aktionen am Brandenburger Tor und der Indischen Botschaft einen Teil dazu beigetragen, die Öffentlichkeit auf die Katastrophe in Bhopal aufmerksam zu machen. Als Ergebnis strahlte am darauf folgenden Abend die ARD einen Bericht zur Katastrophe in Bhopal in ihren Tagesthemen aus.
Wir bedanken uns bei allen Aktivisten für ihren Einsatz und bitten weiterhin bei folgenden Projekten um Unterstützung.
Unsere Stimme ist unsere Kraft, und nur gemeinsam sind wir laut genug!